Wer, nur wer ist Lydia Looping?

Hier trainiert die Autorin Lydia Gebel mittels einer fiktiven Superhelden-Identität namens Lydia Looping ihr Schreibhandwerk.

Inspiriert durch ihre zahlreichen Brotjobs im Niedriglohnsektor nehmen die Geschichten reale Geschehnisse zum Anlass, werden aber beim Schreiben ausreichend verschandelt.

Die tollpatschige Superheldin Looping gerät bei ihren naiven Versuchen die Welt zu retten immer wieder in Verzug. Doch ist Lydia Looping keineswegs nur tollpatschige Stewardess im süßen Superhelden-Kostüm, sondern macht mit ihren Geschichten – wenn auch auf subtile Weise – darauf aufmerksam, dass zu viele Künstlerinnen in unterbezahlten Service-Jobs enden, anstatt als Künstlerinnen im etablierten Betrieb wahrgenommen zu werden.

So führen gerade Frauen (und natürlich auch genügend Männer) ein Künstlerinnen-Dasein weit abseits des etablierten Betriebes und müssen sich – anstatt die meiste Zeit ihrer Zeit für die Produktion und auch die Vermarktung von Kunst, Kunst, Kunst, Kunst, Kunst, Kunst, Kunst, Kunst, Kunst, Kunst zu verwenden – einen signifikanten Großteil ihres Lebens als Kellnerinnen, Kassiererinnen, Babysitterinnen, Rezeptionistinnen, Hostessen, Reiseleiterinnen, Stewardessen und Assistentinnen im Büro, u.v.a.m. ihren Lebensunterhalt verdienen.

Nichts spricht dagegen für eine bestimmte Zeit in seinem Leben einem anstrengenden (oder langweiligen) Job im Servicebereich nachzugehen. Doch leider wird daraus schnell ein Für-immer! Und damit findet für die eigene Kunstproduktion ein Verwelken oder Verenden statt.

Denn oft steht gerade auch uns Frauen unsere ach so brave Erziehung im Wege, die es uns eben nicht erlaubt, sich mal eben arschcool in ein gechilltes Hartz-4-Leben hineinfallen zu lassen.

Wir möchten unseren Lebensunterhalt doch ganz gern selbst verdienen, schließlich gilt genau das als brav. Dabei erscheint die größte Herausforderung bei allem oft die Balance zwischen Job(s), günstigen Lebenshaltungskosten und dem Faktor Zeit in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen. Die Produktion neuer Werke steht viiiiieeeel zu oft weit weit weit weit weit weit hinten an. Denn leider lässt sich eine filigrane Kunstproduktion eben nicht einfach mal so an einen gewöhnlichen 8-Stunden-Arbeitsalltag galant hinten dran quetschen.

Während unsere Kollegen und auch Kolleginnen aus elitären, besser gestellten und bildungsbürgerlichen (Eltern-)Häusern große Vorsprünge erarbeiten können, auch da sie zum Teil bereits schon als Kinder in etablierte Netzwerke hinein geboren werden, nicht arbeiten müssen oder sonstwie vom Schicksal geküsst sind, müssen gerade wir Künstler/innen aus einfachen und einfachsten Verhältnissen, doppelt und dreifach hart arbeiten, um unsere Werke zum einen überhaupt erstmal zu produzieren und zum anderen, um von der Welt wahrgenommen zu werden!

Und selbst wenn es uns gelingt längere Texte zu verfassen oder größere Werke zu konzipieren, so bekommen wir vom Kunstmarkt oder dem Verlag all zu oft ein nur müdes Lächeln geschenkt, wenn es darum geht, unsere Werke mit einer Ausstellung oder Veröffentlichung sichtbar zu machen. – Wenn wir eine Frau sind, dann geschieht es uns noch einmal mehr.

Zu unbekannt erscheinen unsere Namen, zu risikobehaftet und damit unrentabel unsere Kunst. Vielleicht sind wir überdies auch schon zu alt oder führen ein zu zurückhaltendes Leben in den sozialen Medien. Und so enden unsere beruflichen Leben nicht selten in der Ausschließlichkeit eines Brotjobs im Niedriglohnsektor und dem bloßen Tagtraum eines Tages noch eine wahrhaftige Künstlerin sein zu dürfen.

Also, werte GaleristInnen und VerlegerInnen, schaut genau hin!

Es sind nicht immer die Lauten. Auch stille Wasser, EigenbrötlerInnen und NichtakademikerInnen können Kunst.

Looping

Stewardess und
tollpatschige Superheldin im Standby Modus

E-Mail an mich: lydia.looping@gmail.com


Auftrag an Looping?